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Gut abgesichert? Nur wenige Selbstständige versichern sich gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit.

Ein Beitrag der Agentur für Arbeit Mainz.
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Gut abgesichert? Nur wenige Selbstständige versichern sich gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit.

Gründerinnen und Gründer können sich zur Vorsorge freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiterversichern. Aktuell wird die Option immer seltener genutzt - schade, findet die Arbeitsagentur.

Schon klar: Gründer müssen sich positiv motivieren, nicht das Scheitern kalkulieren und brauchen Biss, um nicht bei der kleinsten Schwierigkeit schon aufzugeben. Doch die aktuelle Corona-Krise macht überdeutlich, wie schnell sich Gesamtumstände ändern können und Situationen eintreten, die man plötzlich selbst nicht mehr in der Hand hat.

Weitsichtig denkt daher der, der sich bei der Gründung schon Gedanken um seine soziale Absicherung macht. Neben Krankenversicherung und/oder Altersvorsorge, kann dazu auch gehören, dass man sich in Sachen Arbeitslosigkeit informiert. Denn wer vor der Selbständigkeit versicherungspflichtig gearbeitet hat oder aus dem Bezug von Arbeitslosengeld heraus gründet, kann sich - mit freiwilligen Beiträgen - im Falle einer Beendigung oder Unterbrechung der Selbständigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erhalten.

Diese Regelung wurde 2006 vom Gesetzgeber explizit für Gründungswillige gestaltet, um eine Einmündung in die Grundsicherung vermeiden zu können.

Und wie funktioniert das genau?

Ab dem Tag der Gründung hat man drei Monate Zeit, um das sogenannte "Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" zu beantragen. Den Vordruck kann man sich beispielsweise auf der Homepage der Bundesagentur herunterladen. Die selbständige Tätigkeit muss mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassen und man darf nicht anderweitig pflichtversichert sein. Die kompletten Details erfährt man in einem Hinweisblatt oder bei der zuständigen Arbeitsagentur.

Der monatliche Beitrag beträgt derzeit 38,22 Euro in den ersten beiden Jahren der Selbständigkeit, danach liegt er bei 76,44 Euro.

Einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) zufolge, sinkt die Inanspruchnahme der Regelung in den letzten Jahren. Doch die Agentur für Arbeit Mainz sieht gerade in der gegenwärtigen Situation diejenigen im Vorteil, die von der freiwilligen Versicherung profitieren konnten, wenn sie ihr Un-ternehmertum auf Eis legen mussten.

Aber auch unabhängig von wirtschaftlichen Gründen können persönliche Schicksalsschläge oder Krankheit zur Aufgabe zwingen. Dann bleibt für die Übergangszeit eine Leistung, die den Lebensunterhalt absichert und ganz wichtig: auch die Krankenversicherung ist ohne Zusatzkosten geregelt.

Auskünfte und Antragsformulare gibt es bei der örtlichen Arbeitsagentur unter 0800 45555 00 oder unter https://www.arbeitsagentur.de/existenzgruendung-gruendungszuschuss

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